Kritische WirtschaftswissenschaftlerInnen

Regiogeld

Regio-Veranstaltungsreihe Februar 2008

Der Regio Berlin beginnt in Kooperation mit BING eine kleine Veranstaltungsreihe zu Themen der Wirtschaft und Regionalentwicklung. Wir haben Experten gewinnen können, die Spaß daran haben, über ihr Thema und ihre Leidenschaft bei uns zu referieren. Dazu möchten wir Euch sehr herzlich einladen.

Auch Cineasten sollen auf ihre Kosten kommen. Der Dokumentarfilm "Der Geist des Geldes" gibt überraschende Einblicke in die Erfindung des Geldes und ihre Folgen für die Menschheit.

Bitte gebt uns kurz Bescheid, wenn Ihr an einem Themenabend teilnehmen möchtet. Wir freuen uns sehr, Euch dort begrüssen zu dürfen.

Während und nach unserer Veranstaltungen bietet sich immer die Gelegenheit zur entspannten Diskussion und zum gegenseitigen Kennenlernen. Die Termine sind jeweils am 2. und 4. Mittwoch des Monats um 19 Uhr.

Mittwoch, 27. Februar, 19 Uhr


Stiftung Nord-Süd-Brücken Greifswalder Str. 33a Hinterhaus, linker Seitenflügel, 4. Stock

Robert Ulmer

In der Grundeinkommensgesellschaft - Arbeit als freie Kooperation
Robert Ulmer ist Diplomkaufmann, Sprecher des Netzwerks Grundeinkommen und Organisator der berliner Regionalgruppe.


Mittwoch, 12. März, 19 Uhr


Stiftung Nord-Süd-Brücken Greifswalder Str. 33a Hinterhaus, linker Seitenflügel, 4. Stock

Der Geist des Geldes
Dokufilm

Mittwoch, 26. März, 19 Uhr


Stiftung Nord-Süd-Brücken Greifswalder Str. 33a Hinterhaus, linker Seitenflügel, 4. Stock

Dr. Sascha Göttling

Community Organizing -- Aufbau regionaler politischer Organisationen in Berlin
Sascha Göttling ist Arbeitspsychologe und promovierte über die psychosoziale Bedeutung der Tätigkeiten langzeit-erwerbsloser und geringverdienender Menschen. Als Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung unterstÜtzte er 2007 und 2008 die Initiative zum Aufbau einer Bürgerplattform im Wedding und Moabit.


Regiogeld 2.0 - Die Spreeblüte, Juli 2007

In Berlin formiert sich eine neue Regiogeld-Initiative. Während der seit zwei Jahren existierende Berliner eurogedeckt ist, also gegen Euros erworben werden muss, verfolgt die Spreeblüte ein ganz anderes Konzept. Sie ist leistungsgedeckt und orientiert sich eher an Bartersystemen wir z.B. der schweizerischen WIR Bank.

Die Spreeblüten werden vom Regio Berlin herausgegeben. Wie das neue Regiogeld genau funktioniert, steht im pdf nebenan und unter http://www.spreeblüte.de



 
Berlin – eine Stadt blüht auf
Vortrag von Theophil Wonneberger, 1. Juli 2007

Regiogeld - Eine neue Bewegung stellt sich vor

2. Juni 2004, 19.00 Uhr Seminargebäude der HU, Dorotheenstr. 24, Erdgeschoss

Im Rahmen des wöchentlichen Plenums der Attac Hochschulgruppe an der HU findet am 2. Juni die Veranstaltung zum Thema Regiogeld statt, in Kooperation mit den Kritischen WirtschaftswissenschaftlerInnen an der FU und der autonomen AG Geldnot an der HU.

Referent: Jonas von Poser, Mitbegründer des Berliner Regiogeldes und aktiv bei Attac und INWO

Seit ca. einem Jahr gründen sich in Deutschland immer mehr Regiogeldprojekte, so auch in Berlin. Was ist diese neue Bewegung und welche Ideen stecken dahinter? Wozu soll ein komplementäre Währung wie das Regiogeld gut sein? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich? Diese und viele andere Fragen wollen wir mit Jonas diskutieren. Das Thema Geld wird ja in diversen Kreisen kontrovers diskutiert. Hier ergibt sich die Möglichkeit, anhand eines konkreten Projektes praktische und theoretische Fragen zu besprechen und vielleicht am Ende selber aktiv zu werden.

Hier einige relevante Websites:



 
Berliner für Berliner.pdf
(pdf, 47 KB)
Bericht von Leopold Wonneberger

1. Treffen im SoSe 04 am 28. April 2004

Ursprünglich war für die Sitzung eine kurze Vorstellung von klassischer und neoklassischer, marxistischer und keynesianistischer Wirtschaftstheorie in mehreren Referaten geplant. Angesichts der Tatsache, daß im Gegensatz zur letzten Sitzung die meisten Anwesenden bereits am Ende des Grund- oder im Hauptstudium waren und die Grundzüge der genannten Theorien kannten, haben wir dies aufgeschoben.

Leo berichtete, unterstützt durch N.N., über Silvio G(e)sells Geldtheorie. Lt. diesem deutsch-argentinischen Kaufmann ist Bargeld die einzige "Sache", für deren Lagerung keine Kosten anfallen und die im zeitlichen Verlauf nicht entwertet wird (von Inflation abgesehen - aber diese ist ja eigentlich unerwünscht, weil sie z.B. Ersparnisse vernichtet). Dadurch wird Geld nicht nur als "Mittler" (C-M-C'), sondern auch als Wertaufbewahrungsmittel eingesetzt und damit dem Wirtschaftskreislauf vorübergehend entzogen. Weil die Haltung von Bargeld kostenfrei ist, müssen Banken etc. Anreize bieten, um Geld wieder in den Kreislauf einzuschleusen. Dies geschieht in Form von Zinsen. Dadurch können sich jedoch gleichzeitig nur diejenigen Unternehmen auf dem Markt halten, die soviel Ertrag erwirtschaften, daß sie nicht nur ihre sonstigen Kosten, sondern auch die Zinsen für das Kapital bezahlen können.

G(e)sell stellt dem ein Modell entgegen, Bargeld mit etwa 5-10% p.a. zu "besteuern" und so die Haltung von Bargeld unattraktiv zu machen. Angelegtes oder auf Sparkonten gehaltenes Geld wird dagegen nicht besteuert. Dadurch würden die Zinsen bis auf eine Sicherheits- und Aufwandsgebühr der Banken gegen Null sinken ("der Zins im Kapital ersaufen"). Bisher unrentable Unternehmen könnten Kredite aufnehmen und zu Wachstum und vermehrter Beschäftigung beitragen.

Diese Theorie, die G(e)sell in seinem Hauptwerk von 1910 umschreibt, wurde vor dem Zweiten Weltkrieg u.a. in dem Städtchen Wörgl (Österreich) angewandt - mit angeblich beachtlichen Erfolgen ("Wunder von Wörgl"), bis die Zentralbank der Parallelwährung ein Ende setzte.

In teilweise veränderter Form werden G(e)sells Theorien auf www.geldreform.net verbreitet; dort wird z.B. behauptet, daß 30% aller Konsumausgaben für Zinsen "draufgehen" und dadurch die Vermögensinhaber extreme Vorteile genießen. Eine weitere Literaturangeabe: G. Heinsohn, O. Steiger: "Eigentum, Zins und Geld - ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaft".

Darüber hinaus ist in diesem Zusammenhang die Parallelwährung "Berliner" zu erwähnen, die momentan in Prenzlauer Berg versucht wird einzuführen. Bislang besteht die Abwertung jedoch in einer 5%igen Spende für karitative Einrichtungen beim Umtausch; es handelt sich nicht um einen Geldkreislauf, sondern einen "Vermittler": Konsumenten tauschen Euro gegen Berliner, zahlen in Berlinern, Unternehmer tauschen Berliner gegen Euro. Leo hat Kontakt zu mehreren dort Aktiven, die uns demnächst über das Projekt und die Hintergründe berichten werden.

Allgemein zeigten alle Teilnehmer großes Interesse daran, sich auch weiter mit dem Thema "Geld" zu beschäftigen, da trotz der Thematisierung im Rahmen des Studiums viele Fragen offen bleiben - so etwa, ob das Exponentialwachstum von Geld durch den Zins nicht langfristig zu erheblichen Problemen führt. Zu diesem Thema soll also auch in der nächsten Sitzung diskutiert werden.

Martin Funk

 
Regionales Geld für ein Europa der Regionen
Norbert Rost (Telepolis)

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