Input von Wolfgang Fabricius
Das Geschrei um HartzIV,
das nur 1,1% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmacht, soll wohl
vernebeln, was mit den „restlichen“ 98,9% des BIP geschieht. Die seit Beginn der BRD jährlich im
Mittel um gute 10% wachsenden Kapitalerträge haben inzwischen das 30fache
des HartzIV-Volumens
erreicht und verschlingen bereits über 35% des BIP. Wie kann dieser Trend gewendet
werden?
Im Spiegel 18/2005 steht: „Mehrere Billionen Dollar haben internationale Fonds eingesammelt –
bei den Reichen der Welt, aber auch bei Normalbürgern, die für ihr Alter vorsorgen, oder bei
Banken und Versicherungen, die wiederum das ihnen anvertraute Geld mehren wollen. Rund um
den Globus suchen sie nach Anlagechancen, sie spekulieren mit Währungen und Rohstoffen,
Anleihen und Aktien. Sie nehmen ganze Volkswirtschaften in die Zange – und zunehmend auch
deutsche Unternehmen. ... Aber wie soll ein nationaler Staat internationale Finanzströme
regulieren.“
Erik Nölting stellt 1949 fest: Adam Smith, Urvater der Liberalen und Neoliberalen, und sein
Gegenpart, Karl Marx, sind sich zumindest in diesem Punkt einig: „Aller Ertrag ... stammt aus der
Arbeit, die alleinige Quelle aller wirtschaftlichen Werte ist.“
Gustav Landauer fordert als erster renommierter Sozialist 1913: „Ihr Kapitalisten, ihr habt Geld?
ihr habt Papiere? ihr habt Maschinen, die leer stehen? Eßt sie auf, tauscht sie untereinander,
verkauft sie euch gegenseitig macht
was ihr wollt! Oder arbeitet!
Arbeitet wie wir. Denn Arbeit
könnt ihr von uns nicht mehr bekommen. Die brauchen wir für uns selbst. ..... Die Organisation des
Konsums schafft den für ihre Gemeinsamkeit arbeitenden Menschen die wirtschaftliche Macht und
ihren Sachausdruck: gegenseitigen Kredit, Grundstücke, Baulichkeiten, Fabriken, Maschinen und
alles, was not tut. Die Organisation des Konsums nimmt den schmarotzenden und anhäufenden
Machthabern die wirtschaftliche und damit jegliche Macht: das Kapital, den Wert ihres Geldes, die
Arbeiter, die Möglichkeit, ohne produktive Arbeit zu leben.“
Dass Genossenschaften auch auf europäischer Ebene ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor sind,
bestätigt ein Bericht der Kommission der Europäischen Gemeinschaften im Februar 2004 an den
Rat, das Parlament etc.: In der Europäischen Union gibt es mindestens 300.000 Genossenschaften,
die 2,3 Millionen Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Genossenschaften gibt es in allen Mitglieds- und
Beitrittsländern der Europäischen Union (EU) und allen Kandidatenländern. Sie beeinflussen
das tägliche Leben von über 140 Millionen Bürgern, die Mitglieder von Genossenschaften sind.
In Deutschland haben die Genossenschaften 22 Millionen Mitglieder. Welche Genossenschaftstypen
erfolgreich waren und sind, soll anhand ihrer Geschichte und anhand ihrer Prinzipien
dargestellt werden.
Materialien zum Thema: http://www.gesundheitsladen-berlin.de/WIBB/
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Input
(pdf, 150 KB)
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von Wolfgang Fabricius Stand: 9.5.2006
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