Kritische WirtschaftswissenschaftlerInnen

Was sind eigentlich Genossenschaften?

Von der neoliberalen zur solidarischen Ökonomie –
Profitminimierung durch Genossenschaften

Diskussionsabend

Mi, 24. Mai 2006, 19.00 Uhr, Offene Uni
Referent: Wolfgang Fabricius


Warum sind Genossenschaften wichtig?
Welche Rolle spielen Genossenschaften in der heutigen Wirtschaft?
Welche Arten gibt es überhaupt und wie erfolgreich sind sie?
Und: Können sie einen Beitrag zur Überwindung des Kapitalismus leisten?

Der Genossenschaftsexperte Wolfgang Fabricius wird in seinem Vortrag versuchen, diese Fragen zu beantworten. Anschließend darf diskutiert werden. Die KriWis laden alle Interessierten herzich ein und freuen sich auf einen spannenden Abend.


 

Adresse der Offenen Uni:
Philippstr. 13, Haus 20, 10115 Berlin



 
Lageplan
der Offenen Uni

Input von Wolfgang Fabricius

Das Geschrei um HartzIV, das nur 1,1% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmacht, soll wohl vernebeln, was mit den „restlichen“ 98,9% des BIP geschieht. Die seit Beginn der BRD jährlich im Mittel um gute 10% wachsenden Kapitalerträge haben inzwischen das 30fache des HartzIV-Volumens erreicht und verschlingen bereits über 35% des BIP. Wie kann dieser Trend gewendet werden?

Im Spiegel 18/2005 steht: „Mehrere Billionen Dollar haben internationale Fonds eingesammelt – bei den Reichen der Welt, aber auch bei Normalbürgern, die für ihr Alter vorsorgen, oder bei Banken und Versicherungen, die wiederum das ihnen anvertraute Geld mehren wollen. Rund um den Globus suchen sie nach Anlagechancen, sie spekulieren mit Währungen und Rohstoffen, Anleihen und Aktien. Sie nehmen ganze Volkswirtschaften in die Zange – und zunehmend auch deutsche Unternehmen. ... Aber wie soll ein nationaler Staat internationale Finanzströme regulieren.“

Erik Nölting stellt 1949 fest: Adam Smith, Urvater der Liberalen und Neoliberalen, und sein Gegenpart, Karl Marx, sind sich zumindest in diesem Punkt einig: „Aller Ertrag ... stammt aus der Arbeit, die alleinige Quelle aller wirtschaftlichen Werte ist.“

Gustav Landauer fordert als erster renommierter Sozialist 1913: „Ihr Kapitalisten, ihr habt Geld? ihr habt Papiere? ihr habt Maschinen, die leer stehen? Eßt sie auf, tauscht sie untereinander, verkauft sie euch gegenseitig macht was ihr wollt! Oder arbeitet! Arbeitet wie wir. Denn Arbeit könnt ihr von uns nicht mehr bekommen. Die brauchen wir für uns selbst. ..... Die Organisation des Konsums schafft den für ihre Gemeinsamkeit arbeitenden Menschen die wirtschaftliche Macht und ihren Sachausdruck: gegenseitigen Kredit, Grundstücke, Baulichkeiten, Fabriken, Maschinen und alles, was not tut. Die Organisation des Konsums nimmt den schmarotzenden und anhäufenden Machthabern die wirtschaftliche und damit jegliche Macht: das Kapital, den Wert ihres Geldes, die Arbeiter, die Möglichkeit, ohne produktive Arbeit zu leben.“

Dass Genossenschaften auch auf europäischer Ebene ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor sind, bestätigt ein Bericht der Kommission der Europäischen Gemeinschaften im Februar 2004 an den Rat, das Parlament etc.: In der Europäischen Union gibt es mindestens 300.000 Genossenschaften, die 2,3 Millionen Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Genossenschaften gibt es in allen Mitglieds- und Beitrittsländern der Europäischen Union (EU) und allen Kandidatenländern. Sie beeinflussen das tägliche Leben von über 140 Millionen Bürgern, die Mitglieder von Genossenschaften sind.

In Deutschland haben die Genossenschaften 22 Millionen Mitglieder. Welche Genossenschaftstypen erfolgreich waren und sind, soll anhand ihrer Geschichte und anhand ihrer Prinzipien dargestellt werden.

Materialien zum Thema:
http://www.gesundheitsladen-berlin.de/WIBB/


 
Input
(pdf, 150 KB)
von Wolfgang Fabricius
Stand: 9.5.2006

Genossenschaften
(pdf, 435 KB)
Überblick von Wolfgang Fabricius

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